Dachdämmung von außen

Dächdämmung von außen
Foto: Bauder Dachsysteme

Wenn ein Dachstuhl weiter ausgebaut werden soll, sollte bei einem Einfamilienhauses auch gleichzeitig eine energetische Dachsanierung durchgeführt werden. Damit erreicht man als Hausbesitzer die besten Niedrigenergie-Standards und mit einer kombinierten Lösung auch eine Sanierung ohne Schmutzbelastung in bereits existierenden Wohnräumen im Dachgeschoss.

Von außen nachgerüstet

Immer wieder repariert, war die Aufstockung eines Flachdachanbaus auf der Rückseite des Gebäudes der eigentliche Anlass für eine umfassende energetische Sanierung des gesamten Hauptdachs. Architekt und Energieberater entschieden sich mit Bauherren, Dämmstoff-Fachberater und der Dachdeckerei zugunsten einer Lösung von außen, mit dem Vorteil, dass die raumseitigen Dachschrägen-Verkleidungen erhalten bleiben konnten und in den bereits bewohnten Räumen kein Schmutz entsteht. Zum Einsatz kam ein effizienztes Dämmsystem beziehungsweise ein Gesamtdachaufbau mit großem Einsparpotenzial: Denn mit den Polyurethan-Aufsparren-Dämmelementen in 80 Millimeter Dicke in Kombination mit einer 120 Millimeter dicken Zwischensparrendämmung erzielte man den hervorragenden Niedrigenergie-U-Wert von 0,165 W/(m²K). Dank einer intelligenten Sanierungsdampfbremse und der diffusionsfähigen Wärmedämmelemente bleiben Sparren und Dämmung dauerhaft trocken und funktionstüchtig. Das bringt langfristige Sicherheit bei gleichzeitig maximaler Energieeinsparung und höchstem Wohnkomfort.

Kombidämmung mit PIR-Dämmstoff

Polyurethan (PUR) ist für die hohen Anforderungen bei Sanierungen und in Sachen Energieeinsparung bestens geeignet. Die Hochleistungs-Wärmedämmelemente aus Polyiso-Hartschaum (PIR) zeichnen sich durch höchste Dämmleistung bei geringster Dämmstoffdicke aus. Da ein drei Zentimeter höherer Gesamtaufbau kein Problem war, wurde für das Wohnhausdach statt der vorgesehenen Dämmelemente mit 50mm Dämmelemente mit einer Dicke von 80 Millimetern eingesetzt. Damit konnte def U-Wert nochmals von 0,19 auf 0,16 verbessert werden, was dem besten Niedrigenergie-Standard entspricht. Wärmedämmelemente sind ideal in Kombination mit einer Zwischensparrendämmung für die Sanierung von außen. Als geschlossene Dämmhaube reduziert es Wärmebrücken im Sparren- und Wandbereich. Die Anforderungen der EnEV (Energieeinsparverordnung) steigen, gleichzeitig wird Energie immer teurer. Jeder Quadratmeter gut gedämmte Dachfläche spart viel Energie. Ideal ist bei einem ausgebauten Dachstock also die Kombinationsdämmung von außen. Das Sanierungssystem kann mit allen Dicken zwischen 50 und 120 Millimeter, je nach zu erreichendem U-Wert und Dicke der Zwischensparrendämmung eingesetzt werden und das Stück für Stück, vom Biberschwanz bis zur Zwischensparrendämmung, wurde das Dach abgedeckt, die Sanierungsdampfbremse verlegt und die neue Wärmedämmung aufgebracht. Dann wurde wieder sauber das Dach eingedeckt.

Fest einstellbarer sd-Wert schützt Holz und Dämmung

Für die saubere Sanierung von außen ist die eine intelligente Dampfbremse mit fest einstellbaren sd-Werten notwendig, damit bleiben Sparren und Dämmung dauerhaft trocken. Die Handwerker legten die leichte und 1,50 Meter breite, robuste Dampfbremse wannenförmig von außen über die Sparren und in die Sparrenzwischenräume ein. Im oberen Bereich der Sparren entfernten sie die Spezialklebefolie und stellten damit den sd-Wert von 0,1 Meter (diffusionsoffen) ein. Im wärmegedämmten Bereich verbleibt die Spezialklebefolie, die Bahn ist hier mit einem sd-Wert # 4,6 Meter feuchtigkeitssperrend. Alle Überlappungen und Detailanschlüsse wurden mit einem Klebeband luftdicht verklebt, mit einem Kartuschenkleber wurde die Bahn sicher an die Massivbauteile angeschlossen. Anschließend wurden die Sparrenzwischenräume vollständig mit einer neuen Dämmung verfüllt. Der Handwerker fügte anschließend Platte an Platte mit dem umlaufenden leichtgängigen Spezial-Nut-und-Federsystem rasch aneinander. So entstand Reihe für Reihe eine durchgängige, selbsttragende Dämmschicht. Nach dem Verkleben der Stöße mit Hilfe der zehn Zentimeter breiten selbstklebenden Horizontal- und Vertikalüberlappungen war die gedämmte Fläche dann sofort winddicht und regensicher. Die Schnittstellen der Wärmedämmelemente in den Bereichen von First, Grat und Kehle wurden mit PUR-Dosenschaum wärmebrückenfrei ausgeschäumt. Dann klebte man diese Detailbereiche oberseitig mit den selbstklebenden Streifen sicher ab. Um die SDS-Elemente statisch sicher zu befestigen, wurde alle 1,70 Meter eine Systemschraube mit Hilfe einer Schraublehre durch die Konterlatte in die Sparren eingedreht. In Richtung Süden erfolgte auf der Dämmlage die Montage eine Solarthermie-Indachanlage, die restlichen Dachflächen erhielten als Eindeckung neue geflammte Biberschwanzziegel.

Was ist der sd-Wert?

Der sd-Wert gibt den Widerstand in Metern an, den Wasserdampf braucht, um einen Meter Luft ohne Widerstand zu durchdringen (Wasser-Dampfdiffussionswiderstand). Je niedriger der sd-Wert eines Bauteils ist, desto leichter hat es Wasserdampf, diesen zu durchdringen. Oder anders ausgedrückt: Desto weniger wird der Wasserdampf auf dem Weg von der warmen zur kalten Seite gebremst. Als gasdicht gilt ein sd-Wert von über 10 000 Metern. Der sd-Wert findet beispielsweise bei Unterdeckbahnen und Unterspannungen im Dachaufbau Anwendung. Diese sollen einerseits kein Wasser in die darunter liegende Dämmung dringen lassen und auch noch winddicht sein, umgekehrt soll aber in die Dämmung eingetretene Feuchtigkeit durch diese Schicht durchdiffundieren (entweichen) können. Unterdeckbahnen sollten daher einen möglichst geringen Wasserdampf-Diffusionswiderstand aufweisen. Dieser bewegt sich bei handelsüblichen Produkten zwischen 0,001 und 0,5 Meter. Bauphysikalisch gerechnet wird mit einem sd-Wert von 0,1 Meter.

Der Bauvorgang Schritt für Schritt

Scroll to Top