Nachtspeicherheizung umrüsten auf Wärmepumpe

Nachtspeicherheizung umrüsten auf Wärmepumpe_Bild: globalenergysystems_Pixabay

Welche Vorteile bieten Wärmepumpen und was spricht dafür, dass Sie Ihre Nachtspeicherheizung umrüsten auf Wärmepumpe? Zunächst ist der Einsatz einer Luft-Luft Wärmepumpe, die heizt, angenehm kühlt sowie entfeuchtet, deutlich kostengünstiger, als der Betrieb von Nachtspeicheröfen, die nur heizen. Doch wie sieht eine Umrüstung in der Praxis aus? Wir zeigen am Beispiel einer Dachgeschosswohnung, wie Sie die Nachtspeicherheizung umrüsten auf Wärmepumpe.

Fünf Nachtspeicheröfen wurden in der Wohnung betrieben, als sie der jetzige Besitzer im Jahr 1994 kaufte. Die Totalsanierung im Jahr 2003 umfasste die gesamte Vierzimmerwohnung einschließlich neuer Fenster und Dachisolierung nach der neuen Wärmeschutzverordnung.

Im Hause gab es weder Öl noch Gas, und für die Dachwohnung mit großen Fensterflächen wurde unabhängig von einer neuen Heizung eine Klimaanlage gewünscht. Also hieß es: Nachtspeicherheizung umrüsten auf Wärmepumpe. Die Entscheidung des Wohnungsinhabers fiel auf eine FlexiMulti-Wärmepumpe von Sanyo der Wuppertaler Firma Kaut.

Behagliches Klima ohne Öl und Gas

Eingebaut wurden vier Innengeräte mit einer Gesamtheizleistung von 10 kW und ein invertergeregeltes Außengerät, das sich günstig auf der Dachgaube aufstellen ließ. Die Warmwasserversorgung stellt ein neuer elektronisch geregelter Durchlauferhitzer sicher.

Im Zuge der Totalrenovierung ließen sich die dünnen Verbindungsrohre zwischen dem Außen- und den Innengeräten einfach unter Putz und im Dachboden unsichtbar verlegen. Die vier Innengeräte wurden an den Wänden über den Türen angebracht, so dass die gesamte Wohnfläche frei blieb und nicht von Heizkörpern blockiert wird.

Heizen und kühlen in einem

Die Vorteile der Luftwärmepumpe lagen auf der Hand. Es musste kein Kamin installiert, kein Gasanschluss beantragt, oder gar ein Öltank eingebaut werden. Die Wärmepumpe heizt im Winter und klimatisiert im Sommer die Dachwohnung, in der ansonsten während des Rekordsommers 2006 trotz neuer Fenster und guter Isolierung leicht über 30°C Hitze geherrscht hätten.

Im Winter spielte die Wärmepumpe ihren Vorteil als Bedarfsheizung aus. Innerhalb von Minuten heizt sie die Wohnung bei Ankunft des Besitzers von 18°C auf die gewünschte Raumtemperatur auf. Man vergleiche das nur einmal mit der Trägheit einer Fußbodenheizung.

70 Prozent Energie gespart

Und der Energieverbrauch? Den ermittelte der Wohnungsbesitzer mit aller Akribie. Die fünf Nachtspeicheröfen mit einem Gesamtanschlusswert von 25 kW hatten bei einer Ladezeit von vier Stunden 100 kWh Strom pro Nacht verbraucht. Heiz- bzw. Stromkosten bei Nachstromtarif: etwa 11 € pro Nacht.

Die installierte FlexiMulti-Wärmepumpe hat einen Gesamtanschlusswert von 2,2 kW. Bei zehn Stunden Volllast (was wegen der Inverterregelung praktisch nicht vorkommt) sind das 22 kWh am Tag und die kosten etwa 3 €. Das bedeutet eine Energie- bzw. Heizkosteneinsparung von rund 70 %!

Was heißt das in Energieeffizienzklassen ausgedrückt?

Da sich die Katalog-Leistungsangaben immer auf Nennbedingungen bei bestimmten Temperaturen beziehen, hat der Wohnungsbesitzer den tatsächlichen Gesamtjahresverbrauch über mehrere Jahre erfasst und gegenübergestellt. Durchschnittlich 350 €/Jahr für die Wärmepumpe (einschließlich Klimatisierung im Sommer!) und vorher 1200 €/Jahr für den Betrieb der Nachtspeicherheizung, bei der von Raumkühlung und Entfeuchtung keine Rede sein konnte.

Wenn der örtliche Energieversorger dem Betreiber jetzt noch einen günstigeren Wärmepumpentarif anbieten würde – was bei vielen Energieversorgern der Fall ist, hier aber leider nicht –, gäbe es weitere Einsparungen.

Die Wärmepumpe macht‘s möglich

Und wer bewirkt dieses kleine Wunder? Die Wärmepumpe ist deshalb eines der energieeffizientesten Heizsysteme, weil ca. 75 % der nutzbaren Heizenergie für den Verbraucher kostenlos aus der Umwelt kommen und nur 25% dem Stromnetz entnommen werden. Das spart nicht nur Heizkosten, auch die Umwelt wird durch Reduzierung der CO2 Emissionen um bis zu 55 % entlastet.

Die Maßnahme – Nachtspeicher umrüsten auf Wärmepumpe – hat sich in mehrerelei Hinsicht gelohnt. Die Gesamtkosten der Anlage incl. Montage lagen bei rund 6.300 € plus Mehrwertsteuer. Wesentlich weniger, als der Einbau eines anderen Heizsystems gekostet hätte, bei dem für die Klimaanlage noch zusätzliche Investitionen angefallen wären. Die Wärmepumpe ist inzwischen mehr als drei Jahre in Betrieb und auch im extremen Winter 2005/2006 zur Zufriedenheit des Eigentümers störungsfrei gelaufen.

Der Experten-Tipp

Bei weiter steigenden Energiekosten für Öl und Gas und den Forderungen zur Reduzierung von CO2-Emissionen, wird die Luft-Luft Wärmepumpe als vollwertiges Heizsystem einen immer höheren Stellenwert einnehmen. Mit ihr lässt sich nicht nur im Winter kostengünstig und umweltfreundlich heizen, sondern auch im Sommer angenehm kühlen und entfeuchten.

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