Schimmel im Keller: Was gilt es zu tun?

Schimmel im Keller
Bild von Peter H auf Pixabay

Ursache und Wirkung – wo Feuchtigkeit ist, lässt der Schimmel im Keller nicht lange auf sich warten. Durch feuchte Wände steigt die Luftfeuchtigkeit, dann folgt meist ein modriger Geruch, und als nächstes sprießt der Schimmel im Keller. Und Schimmel ist auf Dauer gar nicht gut. Das Umweltbundesamt hebt hervor, dass eine Gesundheitsgefährdung davon abhinge, wie groß der Schimmelbefall sei und wie lange man ihm ausgesetzt gewesen war. Nicht jeder Schimmel ist per se gesundheitsschädlich, aber für ältere Menschen, Asthmatiker und Allergiker ist Schimmel besonders problematisch.

Feuchte Keller sind ein Alarmsignal

Bücher, Utensilien in Pappkartons oder Kleidung sollten – wenn der Schimmel im Keller schon da ist –dann auf jeden Fall nicht mehr im Keller gelagert werden. Denn der Schimmel im Keller kann sich von der Wand über die genannten Gegenstände noch mehr verbreiten und sogar durch neue chemische Reaktionen mutieren und gefährlicher werden. Ergo, erst mal den Keller ausräumen oder dafür sorgen, dass möglichst keine Gegenstände direkt auf dem Boden und nah an den Kellerwände stehen. Ganz wichtig dabei: die schon vom Schimmel im Keller befallenen Sachen umgehend entsorgen.

Ursachen für Feuchtigkeit und Gegenmaßnahmen

Der nächste Schritt ist die Diagnose, woher kommt die Feuchtigkeit? Grundsätzlich gibt es für Feuchtigkeit im Keller zwei Ursachen.

1. Undichtes und kaltes Bauwerk

Die Baustoffe des Bauwerks ziehen in diesem Fall Feuchtigkeit aus dem umgebenden Erdreich. Das heißt, wenn keine vertikale und horizontale Abdichtung beim Fundament des Hauses vorhanden ist, bleiben die Kellerwände nicht trocken. Das ist zumeist die ungünstige, teure Variante, denn das Bauwerk muss kurz- oder langfristig mit teilweise erheblichem Aufwand abgedichtet werden. Eine günstigere Möglichkeit als Gegenmaßnahme ist die Modifikationen durch spezielle Innenabdichtungen und Abdichtungsanlagen. Außerdem sind auch Fenster, Türen und Klappen auf Nässe zu prüfen und gegebenenfalls abzudichten. Des Weiteren sollte ebenso auf Risse in Boden und Wände geachtet werden und diese wieder verschlossen werden.

2. Die Feuchtigkeit wird durch warme Luft verursacht

Feuchtwarme Luft die an den kühlen Wänden kondensiert und die Feuchtigkeit zu Boden sinken lässt. Da in Kellerräumen oftmals wegen dem Fehlen von Fenstern keine optimale Luftzirkulation vorherrscht, kann sich so schnell Feuchtigkeit sammeln. Die Gegenmaßnahmen sind auf jeden Fall die Luft im Keller zirkulieren lassen. Dies erreicht man entweder dadurch, dass bestehende Verbindungstüren offen bleiben oder wenn dies nicht möglich ist, zum Beispiel wegen Brandschutz, dann eine Lüftungsanlage installieren.

Was man auf keinen Fall machen sollte!

Der Keller darf auf gar keinen Fall bei hohen Außentemperaturen gelüftet werden, sonst wird das Problem von Schimmel im Keller noch verstärkt. Beim Lüften sollte die Außenluft kälter sein als die Temperatur im Kellerraum. Deshalb sind feuchte Keller oftmals ein Sommerproblem. Wenn der Keller unbeheizt ist, kann die warme und feuchte Außenluft, die durch das Lüften eindringt, an kalten Wänden zu Tauwasserbildung führen. Eine Präventiv-Maßnahme wäre regelmäßiges Heizen, auch im Sommer.

Die Ursache: Taupunktunterschreitungen

Kommt ein automatisches Lüftungssystem im Keller zum Einsatz, muss darauf geachtet werden, dass es auch die aktuelle Feuchtigkeit und Temperatur korrekt misst und tatsächlich nur zu den Zeiten lüftet, in denen der sogenannte Taupunkt nicht unterschritten wird – die Folge: Die Feuchtigkeit setzt sich nicht mehr ab. Deshalb ist es sinnvoll zum Beispiel ein Zeitschaltuhr zu integrieren oder nur eine Lüftungsanlage einzubauen, die nur startet wenn der Taupunkt nicht unterschritten wird. Denn die Luft ist so zu behandeln, dass sie Feuchtigkeit verliert und abbaut. Zusätzlich kann dies noch durch das Aufstellen eines Luftentfeuchters unterstützt werden. Dieser sammelt das Kondenswasser. Aber Achtung, der Wasser-Auffang-Behälter des Entfeuchters ist in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren, da sich dort schnell mehrere Liter Wasser ansammeln können.

Schimmel im Keller wie entfernen?

Wenn der Schimmel im Keller schon da ist, sollte in jedem Fall eine Cleaning-Phase folgen. Diese kann auch parallel zu den oben genannten Schritten stattfinden. Zur Schimmel Entfernung eignen sich entweder die Hausmittel Isopropylalkohol, Wasserstoffperoxid und Brennspiritus. Aber auch handelsübliche Anti-Schimmel-Entferner wie biozidhaltige Sprays können eingesetzt werden.

Egal für welches Mittel man sich entscheidet, ganz wichtig bleibt es weiterhin, die Luftzirkulation – also das Lüften – zu gewährleisten. Achtung beim Arbeiten mit derartigen Substanzen die Schutzkleidung in Form von Vinyl-Handschuhen, Schutzbrille, und Atemschutz nicht vergessen. Nach der Beseitigung des Schlimmel im Keller steht eine akribische Reinigung an. Der Keller sollte mit Staubsauger und Wischmop gereinigt werden, um alle restlichen abgetöteten Schimmel-Sporen zu entfernen. Danach sollte eine Sanierungsmaßnahmen erfolgen. Die einfachste Methode dabei ist, Boden, Wand und Decke handelsüblichen Dämmplatten zu sanieren.

Die komplexeren Methoden

Zum Beispiel das Problem von außen lösen. Indem Sperrbeton nachgerüstet wird oder Drainagen neu saniert oder neu angelegt werden. Aber auch eine Bitumabdichtungen die nachgerüstet wird, kann als nachträgliche Lösung ins Auge gefasst werden.
Das A und O der nachhaltigen Prävention ist eine langlebige Abdichtung und eine zuverlässige Wärmedämmung für den Keller am Start zu haben. Falls man das Problem nicht als Eigenheimbesitzer, sondern als Mieter hat, sollte man den Mietvertag noch mal genau prüfen. Nach Darstellung des Mieterbundes gehören Fragen nach der Verantwortlichkeit bei Feuchtigkeitsschäden und Schimmel im Keller zu den häufigsten Streitthemen in Mietverhältnissen. Grundsätzlich ist es dabei aber Sache des Vermieters, die entsprechenden Schäden zu beseitigen.

Die wichtigsten Schritte im Überblick:

  • Als Mieter Rücksprache mit dem Vermieter halten
  • Den von Schimmel befallenen Keller ausräumen
  • Vom Schimmel befallene Gegenstände entsorgen
  • Erste Diagnose erstellen: Ist undichtes Bauwerk oder die schwache Luftzirkulation Schuld?
  • Fenster, Türen und Klappen prüfen und abdichten.
  • Ebenso auf Risse in Boden und Wände achten
  • Die Luftzirkulation stimulieren
  • Einen elektrischen Luftentfeuchter aufstellen
  • Schutzkleidung anziehen, bevor toxische Anti-Schimmel-Mittel zum Einsatz kommen
  • Den Schimmel mit Anti-Schimmel entfernen.
  • Die Luftzirkulation erneut stimulieren
  • Akribische Reinigung des Kellers
  • Langfristige Präventionsmaßnahmen ergreifen durch Abdichtungssysteme und Wärmedämmung
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