Sonnenstrom produzieren und speichern

Sonnenstrom_Stecker und Dach

Strom sparen und gleichzeitig das Klima schützen möchte sicher jeder. Mit einer Sonnenstrom produzierenden Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, einem Speicher im Keller und einer Cloud- oder Community-Anbindung geht das ganz einfach. Denn so können Sie 100 Prozent von Ihrem selbst produzierten Sonnenstrom selbst nutzen.

Die Strompreise steigen seit dem Jahr 2000 unaufhörlich. Das geht aus einer Statistik von Statista aus dem Januar 2020 hervor. Ein minimales Zwischentief in den Jahren 2015 und 2016 wollen wir dabei nicht verschweigen. Trotzdem bleibt der Trend nach oben bislang ungebrochen. Wer sich von den lästigen Stromrechnungen unabhängig machen möchte, kommt um eine Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Hausdach kaum herum. Der selbstproduzierte Sonnenstrom ist nicht nur ein Heilmittel gegen stetig steigende Strompreise. Den Umweltaspekt darf man nicht vernachlässigen. Denn wer Sonnenstrom selbst produziert und verbraucht, schont nebenbei das Klima.

Sonnenstrom einspeisen

Wer sich für Photovoltaik (PV) entscheidet, produziert damit im ersten Schritt nur für den Moment. Wenn der momentane Verbrauch höher ist als was Sie in dieser Sekunde an Sonnenstrom produzieren, müssen Sie beim Energiekonzern nachkaufen. Wenn die Sonne kräftig scheint und der momentane Eigenverbrauch niedrig ist, können Sie den Sonnenstrom ins Netz einspeisen. Sprich: an den Energieversorger verkaufen. Ein entscheidender Nachteil: Die Preise für selbstproduzierten Sonnenstrom sind nicht nur niedrig, die sogenannte Einspeisevergütung fällt kontinuierlich. Lag der Verkaufspreis pro Kilowattstunde im Januar 2019 noch bei 11,47 Cent, waren es im April 2020 gerade noch 9,44 Cent. Die Preise gelten für Anlagen mit einer Nennleistung von bis zu 10 Kilowatt (bis 10 kWP). Mit der Einspeisung von eigens erzeugtem Sonnenstrom ins öffentliche Netz sind wenig Gewinne möglich. Wer den Strom selbst verbraucht, profitiert allerdings heute noch von einer Photovoltaik-Anlage. Das schreibt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

Viessmann-Sonnenstrom

Sonnenstrom selbst erzeugen – und damit unabhängiger werden von großen Energieversorgern und steigenden Strompreisen. 8,5 Quadratmeter Photovoltaikfläche reichen aus, um den durchschnittlichen Bedarf eines Hausbewohners zu decken. www.viessmann.de

E3DC_Elektroauto_Sonnenstrom

Die E3/DC-Wallbox kommuniziert mit dem Hauskraftwerk und passt die Ladung des Fahrzeugs an die aktuelle PV-Leistung oder die verfügbare Speicherkapazität des Hauskraftwerks an. www.e3dc.com

Sonnenstrom speichern

Um die Autarkie zu steigern und damit mehr Sonnenstrom selbst zu verbrauchen, ist ein Stromspeicher nötig. Ein solcher Speicher hat noch einen anderen wichtigen Vorteil. Mit ihm im Keller können Sie den Sonnenstrom selbst dann nutzen, wenn die Sonne nicht scheint. Zum Beispiel nachts oder wenn Wolken die PV-Module verschatten.

Was ein Stromspeicher kostet, rechnet die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online vor: Kompakte Lithiumspeicher kosten derzeit für durchschnittliche Ein- und Zweifamilienhäuser rund 900 bis 1.400 Euro je Bruttokilowattstunde. Lithiumspeicher können nahezu voll entladen werden. Deshalb entspricht dieser Preis ungefähr der Nettokilowattstunde. Das heißt für einen Lithiumspeicher mit 4 bis 8 Kilowattstunden (kWh) für ein durchschnittliches Einfamilienhaus müssen Sie mit Kosten von 3.600 bis 11.200 Euro rechnen.

Q.HOME+ ESS HYB-G2 Sonnenstrom

Q.HOME ESS HYB-G2 ist eine skalierbare Speicherlösung, mit der sich der Eigenverbrauch aus der eigenen Solaranlage optimieren lässt. Das modulare Design ermöglicht eine einfache, schnelle und flexible Installation. www.q-cells.de

MyReserve Stromspeicher Sonnenstrom

Der MyReserve Stromspeicher von Solarwatt aus Dresden ist ein modularer Stromspeicher. In Bezug auf Kapazität und Leistung sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Je mehr Speicherkapazität beziehungsweise Leistung Sie benötigen, desto mehr Komponenten können Sie miteinander kombinieren. www.solarwatt.de

Sonnen Solarstromspeicher Sonnenstrom

Die Solarstromspeicher von Sonnen optimieren den Eigenverbrauch und berechnen Wetterprognosen mit ein. So bieten sie ein vorausschauendes Ladeverhalten. www.sonnen.de

Der Wechselrichter

Neben den Solarzellen auf dem Dach und dem Speicher im Keller, spielt noch ein anderes Gerät eine wichtige Rolle: der Wechselrichter. Gebraucht wird er, um den Gleichstrom, den die PV-Module erzeugen, in gebrauchsfertigen Wechselstrom zu wandeln. Ebenfalls übernimmt das Gerät die Überwachung der Netzeinspeisung und deren Unterbrechung in Störungsfällen.

Kurzum, ohne Wechselrichter geht bei einer PV-Anlage wenig. Am Markt erhältliche Wechselrichter haben teilweise deutlich unterschiedliche Wirkungsgrade. Der Wirkungsgrad gibt an, welche Menge Sonnenstrom nach der Umwandlung und den damit einhergehenden Umwandlungsverlusten tatsächlich zur Verfügung steht. Der MPP-Tracker ist dafür verantwortlich, dass die Anlage immer im maximalen Leistungsbereich arbeitet. So kann sie viel Sonnenstrom produzieren, erklärt der PV-Speicherexperte Solarwatt.

Siemens Sonnenstrom

Beim Be- und Entladen der Batterie berücksichtigt die Junelight Smart Battery von Siemens automatisch aktuelle Wetterprognosen und das individuelle Verbrauchsprofil des Haushalts. www.siemens.de

SMA Batterie-Wechselrichter Sonnenstrom

Mit der Kombination aus SMA Batterie-Wechselrichter und RESU 10M Batterie von LH Chem ist ein integrierter DC/DC-Wandler zur Steigerung der Betriebsspannung der Batterie überflüssig. www.sma.de

Symo Hybrid Sonnenstrom

Der Wechselrichter Symo Hybrid von Fronius vereint Batterieladegerät, Batteriewechselrichter, Hybridwechselrichter, Controller und Anlagen-Monitoring in einem Gerät. Es versorgt einerseits die Verbraucher im Haushalt und speichert zusätzlich die überschüssige Energie einer PV-Anlage im Batteriespeicher zwischen. www.fronius.com

Optimal Sonnenstrom erzeugen

Das MPP-Tracking ist ein Verfahren, bei dem der Hersteller die elektrische Belastung einer Solarzelle, eines Solarmoduls oder von mehreren in Reihe geschalteten Solarmodulen so angepasst hat, dass den Zellen die größte mögliche Leistung entnommen wird. Bei Solarzellen ist dieser optimale Betriebspunkt nicht konstant. Er hängt unter anderem von der Bestrahlungsstärke, der Temperatur am Solarmodul und dem Typ der Solarzellen ab.

Heiter bis wolkig

Mit der Kombination aus PV-Anlage und Speicher können Sie heutzutage einen Eigenverbrauchsanteil von 60 bis 80 Prozent erreichen. Wer die vollen 100 Prozent an selbstproduziertem Sonnenstrom selbst nutzen möchte, kann auf zwei Lösungen zurückgreifen: Cloud und Community. Sonnenstrom hochladen und bei Bedarf abrufen?! Geht das so leicht?! Im Sommer, wenn Sie mehr Sonnenstrom erzeugen als Sie verbrauchen, speisen Sie den überschüssigen Sonnenstrom in die virtuelle SENEC.Cloud. Im Winter, wenn Sie den Sonnenstrom dann brauchen, bekommen Sie ihn kostenlos aus ihr zurück. So schreibt es der Leipziger Speicher- und Cloud-Experte Senec. Klingt machbar, man muss aber einiges beachten.

Ein Rechenmodell für Sonnenstrom

Die Strom-Cloud ist mit der Internet-Daten-Cloud nicht wirklich vergleichbar. Denn der Sonnenstrom wird nicht gespeichert und wartet dann dort auf das Abrufen. Nein, der hochgeladene Sonnenstrom wird einem Stromkonto gutschrieben. Bestimmte Anbieter vergüten den hochgeladenen Sonnenstrom und berechnen diesen beim Herunterladen wieder. Bei anderen ist der Abruf der vorher eingespeisten Strommenge kostenlos. Sollten Sie darüber hinaus Strom benötigen, stellen das die meisten Anbieter in Rechnung. Ein monatlicher Beitrag für die Teilnahme an der Cloud ist immer fällig.

SENEC_Cloud_To_Go_Parkhaus_Sonnenstrom
Sich selbst mit dem eigenen Sonnenstrom versorgen? Und das auch nachts und im Winter, wenn die Sonne nicht scheint? Mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, einem Stromspeicher im Keller und einer Cloud-Lösung für die Stromlieferung klappt das. www. senec.com

Die Community-Lösung, wie zum Beispiel die sonnenCommunity eine ist, stellt den überschüssigen, also nicht selbstverbrauchten oder im Keller gespeicherten Strom der Community zum Verbrauch zur Verfügung. So wie beim Car-Sharing viele Menschen gemeinsam Autos nutzen, ermöglicht die Community-Plattform allen Mitgliedern ihren selbst produzierten Strom untereinander zu teilen. Das gelingt ohne große Energiekonzerne, erklären die Experten von Sonnen. Community-Strom muss der Nutzer meist bezahlen. Aber zu geringeren Preisen, als von den großen Energieversorgern.

Neben den monatlichen Beiträgen zu Cloud und Community verlangen einige Hersteller, dass die gesamte PV-Anlage oder Teile davon von ihnen bezogen oder hergestellt wurden. Das betrifft zum Beispiel den Speicher.

Der Stromtarif

Eine andere Spielart sind spezielle Stromtarife, die weder Cloud noch Community sind. Auch große Energieversorger sind nicht beteiligt. Der Lumina Strom vom Wechselrichter-Hersteller Fronius aus Österreich ist einer davon: Der Strompreis ändert sich stündlich im Einklang mit der Natur. Wenn Wind und Sonne den Preis niedrig halten, zahlen Verbraucher weniger für Energie. Fronius hat den Tarif mit dem Energieversorger aWATTar auf den Markt gebracht.

Sonnenstrom: Cloud- und Community-Lösungen im Vergleich

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