Klimafreundlich Heizen mit der Wärmepumpe

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Sie wollen eine klimafreundliche Heizung? Mit wenig Kosten im Betrieb und einer effizienten Art der Gebäudeheizung? Dann schauen Sie sich die Wärmepumpe an. Damit zapfen Sie quasi die Energie der Luft, der Erde und des Grundwassers an. So machen Sie sich unabhängig von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas. Und eine Wärmepumpe ist nicht nur im Neubau einsetzbar. Auch beim sanierten Altbau kann sie ihre Vorteile ausspielen.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Die Wärmepumpe bezieht die Heizenergie nicht wie eine herkömmliche Heizung aus einem Brennstoff wie Holz, Öl oder Gas. Sondern sie nutzt die Energie der Umgebungsluft, des Erdreichs oder des Grundwassers. Bei allen Varianten herrscht das gleiche Grundprinzip. Ein spezielles Kältemittel, zum Beispiel Propan, wechselt dabei den Aggregatzustand von flüssig zu gasförmig und dann wieder zu flüssig. Aber der Reihe nach: Im Verdampfer findet eine Übergabe von Umweltwärme (Luftwärme, Erdwärme, Wasserwärme) an das unter niedrigem Druck stehende Kältemittel statt. Dabei wird das flüssige Kältemittel gasförmig.

Im nachfolgenden Verdichter findet eine Komprimierung des gasförmigen Kältemittels statt. Dadurch wird es heiß. Für die Funktion des Verdichters ist Strom notwendig. Im Kondensator wird die im Verdichter gewonnene Wärme an das Wasser des Heizkreislaufs abgegeben. Das aus den Heizkörpern oder der Flächenheizungen zurücklaufende kältere Heizwasser kühlt das Kältemittel und es wird erneut flüssig und fließt zum Expansionsventil. Dort reduziert sich der Flüssigkeitsdruck. Das Kältemittel kühlt sehr stark ab und fließt anschließend wieder in den Verdampfer. Eine neue Runde im Kreislauf der Wärmeerzeugung beginnt.

Die zugeführte Umweltenergie stammt bei der beliebten Luft-Wasser-Wärmepumpe aus der Umgebungsluft. Mit einem Ventilator wird die Luft hier eingesogen. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Erdwärme zum Heizen. Um an die Erdwärme zu gelangen, kommt es entweder zum Einsatz von Erdwärmekollektoren (Verlegung unter der Erdoberfläche) oder von Erdwärmesonden (Erdbohrung). Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe gewinnt die Wärme meist aus dem Grundwasser über Förder- und Schluckbrunnen.

Wann ist eine Wärmepumpe sinnvoll?

Wärmepumpen arbeiten systembedingt mit niedrigen Vorlauftemperaturen. Daher benötigen Sie Flächenheizungen. Also zum Beispiel eine Fußbodenheizung oder spezielle Heizkörper. Das heiße Wasser fungiert als sogenannter Vorlauf. Es fließt von der Wärmepumpe oder dem Heizkessel (bei Öl oder Gas) in die Räume und erwärmt diese. Als Rücklauf fungiert das erkaltete Heizwasser, wenn es die Wärme an die Räume abgegeben hat und zurückfließt.

Wärmepumpen machen nur in modernen Gebäuden mit guter Dämmung und niedriger Heizungsvorlauftemperatur Sinn. Das schließt in der Regel Neubauten oder sanierte Altbauten ein. In älteren Gebäuden mindert sich die Effizienz der Anlagen deutlich und macht sie unwirtschaftlich.

Eine Wärmepumpe arbeitet besonders effizient bei niedrigen Vorlauf-Temperaturen. Das macht Flächenheizungen, wie zum Beispiel Fußbodenheizungen, zur ersten Wahl. Diese benötigen niedrige Vorlauf-Temperaturen. Die ideale Vorlauf-Temperatur liegt bei 35 Grad Celsius. Bei dieser Temperatur läuft die Anlage sehr effizient. Auch bei niedrigen Vorlauf-Temperaturen sind Heizkörper nicht aus dem Rennen. Heizkörper und Wärmepumpe schließen sich also nicht aus. Wer bei einer Sanierung auf Niedertemperatur-Heizkörper setzt, kann auf eine Fußbodenheizung verzichten.

Sanierung mit Wärmepumpe

Grundsätzlich gibt es kein Gebäude, bei dem der Einsatz einer Wärmepumpe nicht möglich wäre. Vom hochenergieeffizienten Neubau über energetisch sanierte oder auch unsanierte Einfamilienhäuser. Bei diesem Haus kommt eine Anlage der Firma Stiebel zum Einsatz. Foto: Stiebel Eltron

Wärmepumpe Daikin

Die Hochtemperatur-Wärmepumpe von Daikin mit dem klimaschonendem Kältemittel R-32 ist die optimale Lösung für die Renovierung sowie den Tausch von Gasgeräten, Ölgeräten oder sonstiger Heizsysteme. Foto: Daikin

Luft-Wasser-Wärmepumpe ist bei Bauherren Favorit

Immer mehr Bauherren setzen auf die Nutzung von Umweltenergie zum Heizen. Sie wollen ein neues Haus bauen oder einen Altbau sanieren und umweltfreundlich, klimaschonend und im Betrieb kostengünstig heizen? Dann stellt die Wärmepumpe die erste Wahl dar. Dabei können Sie sich entscheiden zwischen Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Am einfachsten zu installieren ist dabei die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Diese ist im Vergleich zu den anderen Arten zwar nicht der Effizienz-Weltmeister. Sie steht aber auf der Beliebtheitstabelle der Hausbesitzer ganz oben. Aus welchem Grund? Für die Luft-Wasser-Wärmepumpe benötigen Sie keine Genehmigungen von Kommune oder Landkreis. Ein Ventilator saugt die benötigte Luft ein und nutzt sie. Es gibt die Möglichkeit, das Gerät im Keller oder in der Garage aufzustellen. So schützen Sie die Nachbarn vor den Geräuschen des Lufteinsaugens. Die Kosten zur Erschließung der Wärmequelle Luft sind gering. Ebenso gering sind die Kosten für den Installationsaufwand.

Die Erdwärmepumpe nennt sich auch Sole-Wasser-Wärmepumpe. Sie steht auf der Effizienztabelle auf Platz 2. Sie benötigt aber deutlich mehr Installationsaufwand im Vergleich zur Luft-Wasser-Wärmepumpe. Damit treibt sie die Anschaffungskosten ein Stück weit in die Höhe. Wie gewinnen Hausbesitzer die Erdwärme? Dazu haben Sie die Wahl: ein Erdkollektor, also ein oberflächennahes Rohrsystem verlegen oder eine Tiefenbohrung vornehmen. Das Rohrsystem eignet sich für Häuser, bei denen eine Tiefenbohrung aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist. Vorraussetzung ist ein ausreichend großes Grundstück für die Verlegung der Rohre.

Wann muss ich bohren?

Bei der Tiefenbohrung wird in einer oder mehreren Bohrungen bis zu einer Tiefe von 100 Metern je eine Sonde eingebracht. Darin zirkuliert die Sole und nimmt die Temperatur des Erdreichs auf. Die Sole besteht aus einer Mischung aus Salz, Wasser und Frostschutzmittel.

Bei einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe wird das unterirdische Grundwasservorkommen angezapft und zur Wärmeerzeugung genutzt. Warum ist das oberflächennahe Grundwasser so ideal? Die Antwort ist einfach: die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen sind dort unten sehr gering. Um lediglich ein Grad Celsius beeinflussen Lufttemperatur und Sonneneinstrahlung das Grundwasser. Die Temperatur des Wassers beträgt konstante 8 bis 12 Grad Celsius. Auch in extremen Wintern liefert es ausreichend Wärme, um ein Haus zu beheizen. Die Grundwasserwärmepumpe stellt die effizienteste ihrer Art dar.

Nachteil sind – ebenso wie bei der Sole-Wasser-Wärmepumpe – die Kosten für die Bohrung – in diesem Fall eine Brunnenbohrung. Hinzu kommt die nötige Genehmigung. Dabei sind gleich zwei Brunnenbohrungen notwendig: ein Förderbrunnen, auch genannt Saugbrunnen sowie ein Schluckbrunnen. Der Förderbrunnen pumpt das Grundwasser nach oben, während es über den Schluckbrunnen derselben Grundwasserschicht wieder zugeführt wird.

Wie schneidet die Wärmepumpe im Vergleich zur Gas- und Ölheizung ab?

Egal ob Gas- oder Ölheizung: mit beiden Brennstoffarten verheizen Sie fossile, nicht nachwachsende Rohstoffe. Zwar gibt es bei Gas- und Ölheizungen mittlerweile mit der Brennwerttechnik eine effiziente Art, den Brennstoffverbrauch zu reduzieren, aber der fossile Brennstoff bleibt. Die Wärmepumpe nutzt dagegen Umweltenergie zur Wärmeerzeugung.

Ein kurzer Ausflug zur Brennwerttechnik: Bei diesem Verfahren kühlt das Heizungswasser aus dem Rücklauf die Abgase der Verbrennung ab. Dabei kondensiert Wasserdampf und es kommt zur Freisetzung zusätzlicher Wärme. Diese erwärmt wiederrum das Heizungswasser und entlastet so den Brenner. Das sorgt für einen sinkenden Brennstoffverbrauch.

Bei einer Wärmepumpe gibt es keine Brennstoffe, geschweige denn fossile. Da es keine Verbrennung gibt, kommt es nicht zur Freisetzung von Abgasen.

Was sagt der Kostenvergleich?

Werfen wir einen Blick auf die Kostensituation zwischen Wärmepumpe und einer Gasheizung jeweils in einem Einfamilienhaus. Bei dieser Bewertung geht der erste Platz an die Gasheizung. Mit 6.000 bis 9.000 Euro für eine moderne Brennwert-Gasheizung ist die fossile Wärme klar billiger als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Letztere schlägt mit 15.000 bis 25.000 Euro zu Buche. Darin enthalten sind alle Montagekosten und die Kosten des zusätzlichen Wärmespeichers. Mit staatlichen Fördergeldern senken Sie die Kosten zusätzlich. Die auf den ersten Blick positive Bilanz der Gasheizung trüben dagegen weitere Kosten für Gasanschluss, einen Warmwasserspeicher und die Installation der Anlage.

Bei den Betriebskosten liegt diesmal die Luft-Wasser-Wärmepumpe vorn. Für dieses Rechenexempel werfen wir ein Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden (kWh) Jahresheizwärmebedarf in den Ring. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe schlägt sich in dieser Disziplin besser als die Gasheizung. Da die Anlage auf kostenlose Umweltenergie aus der Luft setzt, fallen nur Stromkosten für den Betrieb an. Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen erzeugen aus einer Kilowattstunde Strom rund 4 kWh Nutzwärme. Für den bei diesem Vergleich angenommenen Verbrauch von 20.000 kWh Jahresheizwärmebedarf wären rund 5.000 kWh Strom nötig. Bei einem durchschnittlichen Wärmepumpen-Stromtarif von 0,24 Cent pro kWh würden 1.200 Euro Stromkosten pro Jahr und zusätzlich rund 200 Euro Wartung aufgerufen.

Gasheizung bei unsanierten Gebäuden von Vorteil

Bei einem durchschnittlichen Gaspreis von aktuell 6 Cent pro kWh werden in diesem Vergleich 1.200 Euro pro Jahr fällig. Die Wartung einer Gasheizung ist aufwendig und kostet 250 Euro pro Jahr. Bei alten Gasheizungen fällt zusätzlich ein Schornsteinfegerbesuch für circa 50 Euro an. Außerdem haben Sie Stromkosten von etwa 50 Euro für die Steuerung der Gasheizung zu berücksichtigen. Das ergibt einen knappen Vorsprung für die Wärmepumpe von 150 Euro.

Ihren großen Vorteil spielt die Gasheizung bei alten, unsanierten Gebäuden aus. Bei solchen Häusern kann eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom nur 2 bis 3 kWh Nutzwärme herausholen. Ihr Stromverbrauch liegt hier deutlich höher. Bei einer solchen Konstellation empfiehlt sich also die Installation einer Gasheizung.

Wärmepumpe punktet bei Umweltfreundlichkeit

Wärmepumpen sind nur in modernen Gebäuden mit guter Dämmung und niedriger Heizungsvorlauftemperatur sinnvoll. Das sind in der Regel Neubauten oder sanierte Altbauten. In älteren Gebäuden mindert sich ihre Effizienz deutlich und macht sie unwirtschaftlich.

Ihr großes Plus spielt die Wärmepumpe beim CO2-Ausstoß aus. Da sie die Umweltenergie zur Wärmegewinnung nutzt, ist sie deutlich umweltfreundlicher als die Gasheizung. Während eine Gasheizung mit Brennwerttechnik rund 250 g CO2 pro kWh ausstößt, sind es bei einer Wärmepumpe nur 150 g pro Kilowattstunde. Noch umweltfreundlicher wird sie in Kombination mit einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage). Somit decken Verbraucher einen Teil des Strombedarfs mit Solarstrom.

Wie sieht es mit den Kosten aus?

Die am häufigste in Deutschland verbaute Wärmepumpe ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Sie nutzt die Luft zur Wärmegewinnung. Eine solche Luft-Wasser-Wärmepumpe schlägt mit 15.000 bis 25.000 Euro zu Buche. Darin enthalten sind alle Montagekosten und die Kosten des zusätzlichen Wärmespeichers. Durch staatliche Fördergelder senken Sie die Kosten noch weiter.

Da die Wärmepumpe auf kostenlose Umweltenergie aus der Luft setzt, fallen nur Stromkosten für den Betrieb an. Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen erzeugen aus einer Kilowattstunde Strom rund 4 kWh Nutzwärme. Für den bei dieser Berechnung angenommenen Verbrauch von 20.000 kWh Jahresheizwärmebedarf wären rund 5.000 kWh Strom nötig. Bei einem durchschnittlichen Wärmepumpen-Stromtarif von 0,24 Cent pro kWh würden 1.200 Euro Stromkosten pro Jahr und zusätzlich rund 200 Euro Wartung aufgerufen.

Noch günstiger wird der Betrieb in Kombination mit einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage). Somit decken Sie einen Teil des Strombedarfs ebenfalls mit Solarstrom.

Gibt es für den Kauf der Wärmepumpe finanzielle Förderungen?

Als Bauherr oder als Sanierer bekommen Sie für die Installation vom Staat eine Förderung. Der Bund will damit Hausbesitzer belohnen, die auf erneuerbare Energien setzen. Und damit etwas für das Klima und die Umwelt tun.

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Für moderne Heizsysteme, wie Wärmepumpen, gibt es Förderungsmöglichkeiten – sowohl in der Sanierung als auch im Neubau. Hier ist eine Wärmepumpe der Firma Wolf sehen. Foto: Wolf

Förderungen der KfW

Mit dem Kredit-Programm 271 fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) große effiziente Wärmepumpen mit einem günstigen Kredit (aktuell ab 1 Prozent effektiver Jahreszins). Bis zu 25 Millionen Euro Kreditbetrag und ein Tilgungszuschuss von bis zu 50 Prozent sind möglich. Besonders hohe Förderung gibt es für den Austausch alter Heizungsanlagen.

Das KfW-Programm 270 ist ein Förderkredit für Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien. Einschließlich der zugehörigen Kosten für Planung, Projektierung und Installation werden unter anderem Photovoltaik-Anlagen auf Dächern und die Errichtung, Erweiterung und Erwerb von Anlagen nur zur Wärmeerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien gefördert. Mit einem effektiven Jahreszins ab 1,03 Prozent gibt die staatliche Förderbank einen Kredit bis zu 50 Millionen Euro.

Die Programme 151 und 152 sind Kredite für die komplette Sanierung oder für einzelne energetische Maßnahmen. Mit einem Förderkredit (0,75 Prozent Sollzins p.a.) bis zu 120.000 Euro für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus oder 50.000 Euro für Einzelmaßnahmen greift die KfW Renovierern unter die Arme.

Mit dem Förderkredit 272 fördert die KfW Energievorhaben, wenn tiefe Erdwärme in mehr als 400 Metern Bohrtiefe erschlossen und genutzt werden soll. Und wenn das Thermalfluid mindestens 20 Grad Celsius warm ist. Die Förderbank gibt dann einen Kredit (ab 1,00 Prozent effektivem Jahreszins) bis zu einem Kreditbetrag von 25 Millionen Euro. Der Tilgungszuschuss beträgt 50 Prozent.

Förderungen der Bafa

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) fördert ebenfalls den Einbau von Wärmepumpen. Bei einem Neubau übernimmt die Bafa aktuell 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Ebenso viel gibt es bei einem Einsatz im Altbau. Sollte eine Wärmepumpe eine bestehende Ölheizung ersetzen, übernimmt das Bundesamt 45 Prozent der förderfähigen Kosten. Konkret heißt es: Gefördert wird die Errichtung von effizienten Anlagen einschließlich der Nachrüstung bivalenter Systeme, wenn sie überwiegend der Raumheizung oder kombinierten Warmwasserbereitung und Raumheizung von Gebäuden oder der Zuführung der Wärme in ein Wärmenetz dienen.

Was ist bei der Wärmepumpenauswahl zu beachten?

Es gibt drei Arten von Wärmepumpen. Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe benötigen Sie keine Genehmigungen von Kommune oder Landkreis. Ein Ventilator saugt die benötigte Luft ein und nutzt sie. Stellen Sie das Gerät im Keller oder in der Garage auf, um die Nachbarn vor den Geräuschen des Lufteinsaugens zu schützen. Die Kosten für die Erschließung der Wärmequelle sind gering – ebenso der Installationsaufwand.

Die Erdwärmepumpe trägt den Beinamen Sole-Wasser-Wärmepumpe. Sie benötigt deutlich mehr Installationsaufwand als die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Um die Erdwärme zu gewinnen, müssen Sie entweder einen Erdkollektor, also ein oberflächennahes Rohrsystem verlegen. Oder eine Tiefenbohrung vornehmen. Das Rohrsystem eignet sich für Häuser, bei denen eine Tiefenbohrung aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist. Weitere Voraussetzung ist ein ausreichend großes Grundstück für die Verlegung der Rohre.

Bei einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe zapft man das unterirdische Grundwasservorkommen an und nutzt es zur Wärmeerzeugung. Dazu sind zwei Brunnenbohrungen nötig: ein Förderbrunnen, bzw. Saugbrunnen sowie ein Schluckbrunnen. Durch den Förderbrunnen wird das Grundwasser nach oben gepumpt, während es über den Schluckbrunnen derselben Grundwasserschicht wieder zugeführt wird.

Wärmepumpe innenaufgestellt

Die neue Luft-Wasser-Wärmepumpe von Stiebel liefert hohe Vorlauftemperaturen von bis zu 75 Grad Celsius. Die Geräte sollen ab August 2020 lieferbar sein. Foto: Stiebel Eltron

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Ideal für Bestandsimmobilien, die modernisiert werden sollen: Die neue aroTHERM plus von Vaillant ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die Vorlauftemperaturen von bis zu 75 Grad Celsius im Wärmepumpenbetrieb erreicht. Foto: Vaillant

Hier spielt die Grundstücksgröße eine Rolle

Haben Sie um Ihr Haus wenig Land zur Verfügung, wird es schwierig, die nötigen Erdkollektoren für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe zu verlegen. Ideal wird in den meisten Fällen die beliebte Luft-Wasser-Wärmepumpe sein.

Steht Ihnen ein ausreichend großes Grundstück rund um Ihr Haus zur Verfügung, kommen auch Erd- oder Grundwasserwärmepumpen infrage. Wichtig ist dabei, dass der Boden oder das Grundwasser für den Betrieb der Technik geeignet ist. Fachbetriebe übernehmen die Prüfung. Während Sonden- oder Brunnenbohrungen genehmigungspflichtig sind, entfällt das bei den Flachkollektoren einer Sole-Wasser-Wärmepumpe.

Wollen Sie Ihr Haus energetisch sanieren und dabei eine Wärmepumpe installieren, entscheiden Sie meist nach den gleichen Kriterien wie bei einem Neubau. Bedenken Sie, dass Sie bei einer Wärmepumpe spezielle Heizkörper nutzen können. Eine Flächenheizung ist nicht unbedingt notwendig.

Nennen Sie einen unsanierten Altbau Ihr eigen? Und spielen Sie mit dem Gedanken, sich eine Wärmepumpe anzulachen? Dann überlegen Sie es sich gut. Experten raten eher davon ab. Denn die Betriebskosten fallen durch die hohen Systemtemperaturen nicht gerade günstig aus.

Was verbraucht eine Wärmepumpe an Strom?

Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Der Stromverbrauch hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen Die Abstimmung zwischen Heizungsanlage und Wärmepumpe, die Gebäudedämmung und die Außentemperaturen. Nehmen Sie als grobe Faustformel an, dass rund 80 Prozent der Energie kostenlos von der Umgebungswärme kommen. Die restlichen 20 Prozent müssen als elektrischer Strom zur Verfügung stehen.

Die sogenannte Leistungszahl gibt einen guten Anhaltspunkt, wie der Wirkungsgrad der Wärmepumpe ist. Sie zeigt an, wie gut der eingesetzte Strom in Wärmeenergie umgewandelt werden kann. Eine Leistungszahl von beispielsweise 3 bedeutet, dass aus 1 kW Strom 3 kW Wärmeenergie erzeugt wird.

Luft-Wasser-Wärmepumpen sind im Vergleich mit den anderen Wärmepumpen-Technologien nicht die effizientesten. Ihr Stromverbrauch liegt höher. Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen greifen auf eine ganzjährig konstante Wärmequelle zu – das reduziert die Stromkosten.

Wo stelle ich die Wärmepumpe auf und kann ich sie selbst installieren?

Das Wichtigste vorweg: Sind Sie kein Fachmann oder eine Fachfrau, dann überlassen Sie die Installation der Anlage einer solchen oder einem solchen.

Bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe haben Sie die Möglichkeit, zwischen drei Aufstellungsarten zu wählen. Sie können die Wärmepumpe im Gebäude, vor dem Gebäude oder in der Split-Aufstellung in und vor dem Haus aufstellen. Favorisieren Sie den Außenbereich für die Aufstellung? Dann wählen Sie den exakten Ort sorgfältig aus. Neben den technischen Anforderungen spielen der Lärmschutz und die Optik eine entscheidende Rolle.

Vermeiden Sie den thermischen Kurzschluss

Beachten Sie Folgendes bei der Außenaufstellung: Die Wärmepumpe darf die kalte Luft, die sie nach außen ausbläst, nicht wieder einsaugen. Dieser Effekt nennt sich thermischer Kurzschluss und reduziert die Effizienz. Achten Sie darauf, dass die Hauptwindrichtung nicht in Richtung der Ausblasöffnung weht. Im Keller sollte der Abstand zum Pufferspeicher so gering wie möglich sein. Lange Außenleitungen erhöhen den Wärmeverlust.

Um die Lärmbelastung für die Nachbarn und die Umgebung so gering wie möglich zu halten, ist ein Mindestabstand von 3 Meter zum Nachbargrundstück einzuhalten. Idealerweise steht die Anlage an der Hausseite, die zur Straße zeigt. Stellen Sie das Gerät auf Rasen, reduziert sich der Geräuschpegel ebenfalls. Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen finden in der Regel im Gebäude einen Platz.

Achtung: Mit etwas handwerklichem Geschick können Sie die Erdkollektoren einer Sole-Wasser-Wärmpumpe selbst verlegen.

Ist eine Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik-Anlage sinnvoll?

Strom ist die einzige Energie, die die Wärmepumpe benötigt. Daher ist eine Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Hausdach sehr sinnvoll. Mit Sonnenstrom von den Solarzellen heizt der Besitzer zu 100 Prozent autark. Stromkosten fallen fürs Heizen dann nicht mehr an. Da die Wärmepumpe in der Regel nicht den gesamten Strom verbraucht, bleibt noch einiges für andere Geräte im Haus über.

Ist eine Kombination aus Wärmepumpe und Solarthermie möglich?

Es ist nicht nur möglich, eine Wärmpumpe mit Solarthermie zu kombinieren, eine solche Kombination ist auch sehr sinnvoll. Meist wird das von der Solarthermie-Anlage erzeugte heiße Wasser in den Pufferspeicher eingespeist. An sonnigen Tagen muss die Wärmepumpe so weniger bis gar nicht arbeiten. Das spart Strom für deren Betrieb.

Eine weitere Möglichkeit, das heiße Wasser einer Solarthermie-Anlage zu nutzen ist eine indirekte Unterstützung der Wärmepumpe. Wenn der Pufferspeicher aufgeladen ist, kann überflüssige Wärme ins Erdreich geleitet werden. Damit kühlt die Erde nicht aus. Diese Variante ist eher beim Einsatz von Erdkollektoren mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe sinnvoll.

Wie steht es um Wartung und Lebensdauer einer Wärmepumpe?

Wärmepumpen sind langlebige Heizungen. Durchschnittlich halten sie 15 bis 20 Jahre. Unter Umständen beträgt die Lebensdauer bis zu 25 Jahre. Erdkollektoren und Sonden einer Sole-Wasser-Wärmepumpe halten teilweise bis zu 40 Jahre. Entscheidend dabei ist eine regelmäßige Wartung der Anlage.

Die gute Nachricht vorweg: Die Wartungskosten sind bei Wärmepumpen geringer als bei anderen Heizungsarten. Lassen Sie einen Techniker alle ein bis zwei Jahre eine Kontrolle der mechanischen Teile sowie einen Check von Druck und Temperatur und eine Dichtheitsprüfung vornehmen. Dann sind Sie auf der sicheren Seite. Die Kosten dafür halten sich in Grenzen. Für diese Arbeiten legen Sie nicht mehr als 100 Euro auf den Tisch. Dazu kommen dann noch die Arbeitsstunden sowie An- und Abfahrt.

Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen ist zusätzlich zu beachten, dass der Wartungsaufwand durch die notwendige regelmäßige Kontrolle des Kältemittelkreislaufs und die Säuberung des Luftfilters steigt.

Wie laut sind Wärmepumpen und was hilft bei zu hoher Lautstärke?

Bei Grundwasser- und bei Erdwärme-Wärmepumpen müssen Sie wegen deren Bauart keine Lärmprobleme erwarten. Bei Luft-Wärmepumpen sieht das anders aus. Deren Lärmemissionen erzeugen hauptsächlich große Ventilatoren, die die Luft transportieren. Dieser Lärm stört nicht nur Nachbarn, sondern möglicherweise die Hausbesitzer selbst – trotz Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben. Durchschnittlich können Sie mit rund 50 Dezibel rechnen. Es gibt auch Geräte, die mit 30 Dezibel auskommen. Sie haben einen leisen Nachtmodus.

Beachten Sie bei der Aufstellung die Lärmemissionen. Wichtig ist dabei unter anderem der Abstand der Ventilatoren zum Nachbarhaus sowie schallschluckende Hecken oder andere Gewächse. Rechnen Sie mögliche Schallreflexionen von Hauswänden mit ein.

Planen Sie idealerweise zusammen mit einem Fachbetrieb sorgfältig den Ort der Aufstellung. Eine Veränderung des Standorts im Nachhinein ist nicht mehr so leicht möglich.

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Egal, ob es um behagliche Heizungswärme oder hygienisch einwand-
freies Trinkwasser geht: Ein Wärmespeicher, z.B. vom Hersteller Kermi, ist ein wichtiges Element in einem zukunftsorientierten Wärmesystem. Foto: Kermi

Luft-Wasser-Wärmepumpe

VorteileNachteile
Staatliche Förderung möglichNiedriger Wirkungsgrad
Einsparung von fossilen BrennstoffenGefahr der Vereisung bei Außenaufstellung und
mangelnder Dämmung
Innen, Außen oder SplitaufstellungWirtschaftlichkeit nur bei guter Dämmung gegeben
in energetisch sanierte Altbauten nachrüstbarHöhere Stromkosten. Besonders bei Temperaturen
unterhalb von -15 Grad Celsius
mit Solarthermie kombinierbarWartungsaufwand durch regelmäßige Kontrolle des
Kältemittelkreislaufs und Säuberung des Luftfilters
mit Photovoltaik kombinierbar
Nutzung vergünstigter Stromtarife
kühlen und heizen möglich

Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdkollektor

VorteileNachteile
Staatliche Förderung möglichhoher Flächenbedarf: etwa doppelter Platzbedarf der Kollektoren
bezogen auf den zu beheizenden Raum
Erdarbeiten in Eigenregie möglichEffizienz von der Bodenbeschaffenheit abhängig
Einsparung von fossilen BrennstoffenHoher Planungsaufwand
mit Solarthermie kombinierbar
mit Photovoltaik kombinierbar
Nutzung vergünstigter Stromtarife
kühlen und heizen möglich
Besonders betriebssicher

Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde

VorteileNachteile
Staatliche Förderung möglichHohe Kosten durch Tiefenbohrung
Einsparung von fossilen BrennstoffenBerg- als auch wasserrechtliche Genehmigung erforderlich
mit Solarthermie kombinierbarEffizienz von der Bodenbeschaffenheit abhängig
mit Photovoltaik kombinierbarHoher Planungsaufwand
Nutzung vergünstigter Stromtarife
kühlen und heizen möglich
Besonders betriebssicher
Erdsonden haben lange Lebensdauer

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

VorteileNachteile
bestehende Brunnen können integriert werdenwasserrechtliche Genehmigung erforderlich
sehr wirtschaftlichEffizienz von Wassermenge und Wasserqualität abhängig
geringer Platzbedarfbei fallendem Grundwasserstamd Leistungsverlust
Staatliche Förderung möglichHoher Planungsaufwand
Einsparung von fossilen BrennstoffenWartungsaufwand für den Kreislauf
in energetisch sanierte Altbauten nachrüstbarSchon bei geringer Gefährdung des Trinkwassers kann Anlage stillgelegt werden
mit Solarthermie kombinierbar
mit Photovoltaik kombinierbar
Nutzung vergünstigter Stromtarife
kühlen und heizen möglich

Fazit

Sie wollen eine Wärmepumpe installieren?! Dann haben Sie eine gute Entscheidung getroffen. Denn Sie setzen damit ein klares Zeichen gegen fossile Brennstoffe und für den Klimaschutz. Um letzteren zu realisieren, sollten Sie den für den Betrieb nötigen Strom von einer Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach holen. Aber welche Wärmepumpe sollte es sein?

Luft, Erdwärme oder Grundwasser können Sie anzapfen. Im Jahre 2019 waren 77 Prozent der angesetzten Anlagen Luftwärmepumpen. Sole und Wasser machten die restlichen 23 Prozent aus. Die Luftwärmepumpen sind nicht die effizientesten, sie bereiten aber die wenigsten Probleme. Egal welche der drei Umweltenergien Sie anzapfen. Es ist wichtig, dass Sie auf eine Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe setzen. Denn dann sind Sie bei der Heizwärme autark – und Sie schonen das Klima damit optimal.

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Smart-Wärmepumpen, wie hier von Remko, liefern einen hohen COP-Wert und eignen sich sowohl für den Neubau als auch die Sanierung. Foto: Remko

Marktübersicht Wärmepumpen

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