Wann lohnt sich Dämmen?

ivpu Hausdämmung
Foto: IVPU

Wenn zum Beispiel eine Inflation dafür sorgt, dass der Heizölpreis steigt, suchen viele nach alternativen Möglichkeiten, um die Wohnung warm zu halten. Dabei bietet sich die Wärmedämmung besonders an. Diese hat aber noch andere Vorteile und Nutzen, die auch das Umweltbundesamt mit einer Studien bestätigt. Die zentrale Aufgabe, die Emission von Treibhausgasen bis 2020 um mindestens 40 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken, wird nach Ansicht fast aller Experten vor allem mit energetischer Sanierung wie Wärmedämmung der Fassade zu erreichen sein. Der schnellste und einfachste Weg, um das Klima zu schützen, ist Energiesparen. Nicht verbrauchte Energie verursacht keine Emissionen – und kostet, nach anfänglicher Investition, auch kein Geld. So bringen es die Autoren des Papiers auf den Punkt.

Mineralwolle als Dämmstoff beim Wärmedämmverbundsystem
Die Dämmung, hier ist es Steinwolle, muss lückenlos angebracht werden. Foto: Rockwool

Die Heizung als Energiefresser

Heizung mit Warmwasser ist mit fast 80 Prozent Anteil am Endenergieverbrauch der größte Energiefresser im Haus. Das ist nicht nur teuer, sondern auch klimaschädlich. Denn die Heizungen in privaten Haushalten verursachen rund 60 Prozent des CO2-Ausstoßes. Für eine energetische Sanierung mit Fassadendämmung sprechen gleich mehrere Gründe: Mit einer guten Wärmedämmung und effizienter Heiztechnik lässt sich der Primärenergiebedarf eines Gebäudes um bis zu 90 Prozent senken. 

So werden Wärmeverluste durch die Gebäudehülle drastisch reduziert und damit die Heizkosten auf ein Minimum verringert. Gleichzeitig steigert ein besserer Wärmeschutz den Wert einer Immobilie und fördert ein angenehmes sowie gesundes Wohnklima.

Dämmelemente aus Polyurethan-Hartschaum
Leistungsstark: Dämmelemente aus Polyurethan-Hartschaum erzielen bei relativ geringen Dämmstoffdicken hohe Wärmedämmwerte an der Fassade. Foto: Industrieverband Polyurethan-Hartschaum

Eine gute Planung ist das A und O

Das Umweltbundesamt verweist auf die zentrale Bedeutung guter Planung und Beratung. Hausbesitzer sollten also bereits zu Beginn ihrer Überlegungen zur energetischen Sanierung einen qualifizierten Energieberater einbeziehen. Innerhalb welches Zeitraums eine Wärmedämmung die aufgewendete Investition direkt wieder einspart, hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend ist in erster Linie der Ausgangszustand des Gebäudes. Je schlechter sich dieser energetisch darstellt, desto schneller lohnen sich in der Regel die eingesetzten Mittel. Weitere Faktoren in der Berechnung seien laut Umweltbundesamt die künftige Entwicklung der Energiepreise, die fachgerechte Ausführung der Wärmedämmung und die Frage, ob die Verbesserung des Wärmeschutzes in ohnehin anstehende Sanierungsmaßnahmen integriert werden kann.

Multipor-Dämmsystem
Das Multipor-Dämmsystem eignet sich ebenfalls für die Fassade. Die Dämmplatte besteht aus Kalk, Sand, Zement und Wasser. Foto: Xella

Vorteile von Dämmstoffen

Ganz egal, für welchen Dämmstoff sich Hausbesitzer auch entscheiden: Alle Materialien sparen in ihrem Lebenszyklus deutlich mehr Energie als ihre Herstellung benötigt. Anders gesagt: Der hohe Energieverbrauch eines nicht gedämmten Gebäudes belastet die Umwelt viel stärker als die Herstellung des Dämmstoffs. Die Autoren des Umweltbundesamtes nehmen in ihrer Abhandlung auch vielfach zitierte und wiederholte Vorurteile gegen die Wärmedämmung ins Visier.

So vermeidet oder behebt gerade eine Wärmedämmung bauliche Mängel, die zu Schimmel führen können. Diese Mängel sind zum Beispiel alte, weil ungedämmte Außenwände, undichte Stellen oder Kältebrücken an Laibungen und Fenstersimsen. Viele Mängel sind, so die Feststellung der Autoren, auf Fehler in Planung und Ausführung zurückzuführen. Wichtig ist in jedem Fall eine ausreichende Lüftung, um die im Haus entstandene Feuchtigkeit durch Kochen, Duschen sowie Atemluft ins Freie zu befördern. Gerade die Dämmung bietet für jedes Haus die Möglichkeit, seine Fassade nachdrücklich aufzuwerten oder optisch zu verbessern.

Dämmen macht in den allermeisten Fällen Sinn. Wie zum Beispiel bei diesem Fall aus der Praxis: Hier wurde auf einer bereits bestehenden fünf Zentimeter starken Fassadendämmung aus Polystyrol-Hartschaum zusätzlich noch eine zehn Zentimeter dicke Dämmschicht aus Polyurethan-Hartschaum angebracht. Der Wärmedurchgangskoeffizient der Außenwand sank dadurch um zwei Drittel.

Umweltbundesamt bekräftigt hohen Nutzen der Wärmedämmung

Viele Beispiele bestechen gerade bei einst tristen, glatten Betonfassaden durch anspruchsvolle architektonische Lösungen. Mit Formelementen, Zierprofilen, Lisenen und witterungsbeständigen Strukturputzen lassen sich selbst historische und klassizistische Fassaden detailgetreu gestalten und gleichzeitig das Wärmeschutzniveau verbessern. Als Bestätigung seiner bisherigen Argumentation sieht der Qualitätsgedämmt e.V., der von führenden Unternehmen der Bauzulieferindustrie getragen wird, die Publikation des Umweltbundesamtes. Hier sind die klaren Vorteile der Wärmedämmung eingängig und umfassend erläutert.

Lothar Bombös ist Vorsitzender der Initiative und freut sich, dass die zuletzt in der allgemeinen Diskussion etwas vernachlässigten Argumente pro Wärmedämmung wieder mehr in den Fokus gerückt werden. Im Konzert mit allen Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung spielt die Wärme- und speziell die Fassadendämmung eine wichtige Rolle. Und: Die Energiepreise steigen wieder.

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